Stromkosten-Rechner für Homelab und Server
Leistungsaufnahme und Arbeitspreis eingeben, und die Seite rechnet die Jahreskosten aus. Der zweite Teil beantwortet die Frage dahinter: Ab wann hat sich ein sparsameres Gerät selbst bezahlt?
Wie die Rechnung funktioniert
Die Jahreskosten sind eine einzige Multiplikation. Leistungsaufnahme in Watt, geteilt durch 1000, ergibt Kilowatt. Mal Betriebsstunden ergibt Kilowattstunden. Mal Arbeitspreis ergibt Euro:
Watt ÷ 1000 × Stunden pro Tag × 365 × Preis je kWh = Euro pro JahrDaraus folgt eine Faustregel, die im Kopf funktioniert:Ein Watt Dauerlast sind 8,76 kWh im Jahr. Bei 25 Cent je Kilowattstunde kostet also jedes dauerhaft anliegende Watt rund2,19 Euro im Jahr. Ein Gerät, das 40 W statt 15 W zieht, kostet damit etwa 55 Euro mehr – jedes Jahr, ohne dass es jemand merkt.
Der Monatswert oben ist der Jahreswert geteilt durch zwölf, nicht 30 Tage mal Tageskosten. Der Unterschied sind fünf Tage im Jahr, gut ein Prozent. Beim Vergleich zweier Geräte ist das egal, beim Abgleich mit der Jahresabrechnung nicht.
Der schwierige Teil: die Wattzahl
Die Rechnung ist trivial. Die Eingabe ist es nicht – und dort entstehen praktisch alle Fehleinschätzungen.
Die Angabe auf dem Netzteil ist nicht der Verbrauch. Ein 450-Watt-Netzteil sagt aus, was es liefern kann. Ein typischer Homelab-Server mit ein paar Platten zieht im Leerlauf oft 25 bis 60 W. Wer die Netzteilangabe einsetzt, überschätzt die Kosten um ein Vielfaches und trifft auf dieser Grundlage falsche Entscheidungen.
Auch die Herstellerangabe hilft selten. Sie stammt aus einer Konfiguration, die mit der eigenen wenig zu tun hat: andere Anzahl Platten, anderer Arbeitsspeicher, andere Netzwerkkarte. Jede zusätzliche 3,5-Zoll-Festplatte schlägt im Leerlauf mit grob 4 bis 8 W zu Buche, unter Last mit mehr.
Es hilft nur Messen. Eine Messsteckdose zwischen Gerät und Wand, und zwar über mehrere Tage. Der Momentanwert taugt nicht: Ein Server, der nachts das Backup fährt, zieht dann deutlich mehr als um 14 Uhr. In den Rechner gehört der Mittelwert über mindestens eine volle Woche, inklusive aller regelmäßigen Lastspitzen. Die meisten Messsteckdosen führen dafür einen kumulierten kWh-Zähler; dieser Wert, geteilt durch die Messdauer in Stunden und mal 1000, ergibt die mittlere Leistungsaufnahme in Watt.
Welchen Strompreis einsetzen
In den Rechner gehört der Arbeitspreis brutto – also der Betrag, den eine zusätzlich verbrauchte Kilowattstunde tatsächlich kostet, samt Netzentgelten, Abgaben und Umsatzsteuer. Nicht der Energiepreis allein, wie ihn Tarifvergleiche ausweisen: Die Netzentgelte machen in Österreich einen erheblichen Teil des Endpreises aus.
Nicht hineinrechnen sollte man Grundgebühr und Zählerpreis. Die fallen an, egal ob der Server läuft. Für die Frage „was kostet mich dieses Gerät zusätzlich" zählen nur die verbrauchsabhängigen Bestandteile.
Den passenden Wert findet man am schnellsten auf der Jahresabrechnung: Gesamtbetrag minus Grundgebühren, geteilt durch die verbrauchten Kilowattstunden. Das ist genauer als jeder Tarifrechner, weil es die eigene Abrechnung abbildet.
Wann sich ein Austausch rechnet
Der zweite Teil des Rechners beantwortet die eigentlich interessante Frage: Ein sparsameres Gerät kostet Geld, spart aber jedes Jahr etwas. Wann ist der Kaufpreis wieder drin?
Ein Beispiel: 80 W gegen 15 W bei 25 Cent sind 65 W Unterschied, also rund 142 Euro Ersparnis im Jahr. Ein Gerät für 300 Euro hat sich damit nach etwa zwei Jahren und einem Monat bezahlt. Läuft es danach noch fünf Jahre, sind das rund 700 Euro, die sonst verheizt worden wären.
Drei Dinge, die diese Rechnung gerne schönt:
- Der Restwert des alten Geräts fehlt. Wer es verkaufen kann, zieht den Erlös vom Anschaffungspreis ab – die Amortisation wird entsprechend kürzer.
- Der Umzugsaufwand fehlt. Ein Wochenende Arbeit ist keine Kleinigkeit, und bei einem Backup-Server ist danach ein vollständiger Wiederherstellungstest fällig.
- Der Strompreis von morgen ist unbekannt. Steigt er, rechnet sich der Tausch schneller als hier angezeigt; fällt er, langsamer.
Als grobe Schwelle: Amortisiert sich ein Gerät in unter drei Jahren, lohnt der Tausch fast immer. Über fünf Jahre lohnt er sich selten allein wegen des Stroms – dann sollten andere Gründe dazukommen, etwa fehlende Ersatzteile oder ein Plattenverbund, der ohnehin an seine Grenze kommt.
Was das mit Datensicherung zu tun hat
Ein Backup-Ziel ist der klassische Fall eines Geräts, das rund um die Uhr läuft und dabei die meiste Zeit nichts tut. Genau dort lohnt der Blick auf den Leerlaufverbrauch am meisten – und genau dort ist die Versuchung am größten, an der falschen Stelle zu sparen.
Abschalten zwischen den Läufen spart am meisten, kostet aber die Möglichkeit, jederzeit wiederherzustellen, und verhindert Verify- und Garbage-Collection-Läufe. Ein Backup-Ziel, das zwei Stunden am Tag erreichbar ist, ist auch nur zwei Stunden am Tag ein Backup-Ziel. Wer es dennoch tut, sollte das Aufwecken automatisieren und den Restore-Test entsprechend planen – sieheRestore testen.
Platten schlafen legen ist der mildere Weg und bei einem Archivspeicher, der einmal täglich beschrieben wird, sinnvoll. Bei einem Verbund mit ständigen kleinen Zugriffen führt es zu dauerndem Hoch- und Runterfahren – das kostet Lebensdauer und spart am Ende nichts.
Wie viel Speicher die gewählte Aufbewahrung überhaupt braucht – und damit, wie viele Platten mitlaufen müssen –, steht inAufbewahrung planen. Die nutzbare Kapazität eines Verbunds rechnet derRAID-Kapazitätsrechner aus.
Stand: August 2026. Rechnet vollständig im Browser – es werden keine Eingaben übertragen oder gespeichert.